Versorgung: Mehr Leistungen durch Selbstbestimmung der Krankenkassenbeiträge?

Ab Januar 2015 sollen die Krankenkassen wieder selbst bestimmen können, ob sie von ihren Mitgliedern Zusatzbeiträge erheben. Ein entsprechender Gesetzentwurf ist in Planung. Der allgemeine Beitragssatz soll, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, von 15,5 auf 14,6 Prozent fallen. Die 7,3 Prozent Arbeitergeberanteil sollen festgelegt werden. Damit sollen die pauschalen Zusatzbeiträge entfallen, die allein der Arbeitnehmer zu tragen hat. „Wichtig ist, dass der Arbeitgeberanteil festgeschrieben bleibt. Damit bleiben auch die Lohnnebenkosten stabil“, sagte CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn.

Allerdings wird es den Kassen mit dem neuen Gesetz ermöglicht, von den Mitgliedern einkommensabhängige Zusatzbeiträge zu erheben. Bei stabiler Finanzlage der Kassen könnten die Zusatzbeiträge aber auch wegfallen oder gesenkt werden. Die neue Situation würde den Wettbewerb um eine effiziente Versorgung der Versicherten stärken. Die Kassen erhielten mehr Flexibilität und die Möglichkeit, Zusatzleistungen auch entsprechend durch die Beiträge abzugelten. Dies würde zudem die Durchsetzung von Leistungen unterstützen, die bislang noch nicht in der Regelversorgung enthalten sind. Der Einsatz moderner Technologien, wie z.B. mobiler Gesundheitsdienstleistungen oder der Telemedizin, könnte damit einen Aufschwung erfahren. Gesundheitsminister Gröhe will nach Informationen aus Koalitionskreisen noch im Februar einen Referentenentwurf vorlegen. Im März wird ein Beschluss des Bundeskabinetts angepeilt. Bis zur Sommerpause solle das Gesetz den Bundesrat passieren.

Bleibt abzuwarten, ob und wie die Pläne tatsächlich umgesetzt werden und was die Krankenkassen aus der neuen Wettbewerbssituation machen. Je nachdem, wie die Kassen das Gesetz umsetzen, kann es viele Vorteile für die Versichertenversorgung bringen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links:

Ärzte Zeitung

n-tv


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