Interoperabilität: Handlungsempfehlungen für die digitale Gesellschaft

Das Wissenschaftsjahr 2014 stand unter dem Motto „Die digitale Gesellschaft“. Die Gesellschaft für Informatik (GI) hat daher am 2. Dezember in Berlin der Bundesforschungsministerin Johanna Wanka Handlungsempfehlungen übergeben, die im Rahmen der Konferenz „Zukunft der digitalen Gesellschaft“ erarbeitet wurden. Auf der Konferenz, die im September 2014 stattfand, kamen „Deutschlands digitale Köpfe“ zusammen - 39 auf Initiative der GI ausgewählte Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. In sechs Workshops wurden sowohl Handlungsempfehlungen als auch Diskussionsanregungen an das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Ausgestaltung der Zukunft in der digitalen Gesellschaft skizziert.

Im Workshop „Gesundheit und Medizin“ war klares Statement, dass im Gesundheitswesen die syntaktische und semantische Standardisierung und Interoperabilität gefördert werden müssten. Um das zu erreichen, sollte eine Bestandsaufnahme der verfügbaren Standards erfolgen, zugleich sollten unzureichende und fehlende Standards entwickelt werden.

Aber auch die Themen Infrastruktur und Datenbereitstellung wurde diskutiert. Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen weisen den Weg in Richtung Öffnung der neuen Gesundheitstelematikinfrastruktur. Sowohl Forschung als auch Lehre sowie Patientenversorgung sollten von E-Health-Projekten und –Entwicklungen profitieren und die Lösungen und Daten nach klaren Regeln nutzen können. Eine Zusammenführung, Auswertung und Bereitstellung der vorhandenen Daten sei das Ziel; die Patientenrechte und Patientensicherheit sollen dabei im Vordergrund stehen. Darüber hinaus solle die Patientenautonomie gestärkt werden, ebenso die Kommunikation mit den Leistungserbringern, z.B. durch die Bereitstellung von Patientenunterlagen, den Aufbau einer persönlichen, einrichtungsübergreifenden Patientenakte usw.

Grundlage zur Umsetzung dieser Empfehlungen sind unter Anderem interoperable IT-Lösungen, die Sicherheit, Datenschutz und Vernetzung der Teilnehmer gewährleisten. Das Gesundheitsnetzwerk X3.Net bietet eine funktionierende Struktur und ermöglicht den Datenaustausch zwischen authentifizierten Teilnehmern über ein gesichertes Netzwerk. Der X3-Standard bildet die technische Grundlage. Dieser De-Facto-Standard ist frei und für registrierte Teilnehmer kostenlos nutzbar und stellt damit die Grundvoraussetzungen für eine einrichtungsübergreifende Interoperabilität dar. Bereits rund 10.000 Leistungserbringer und 40 Kostenträger profitieren davon, insgesamt werden über 25 Millionen Versicherte über das X3.Net versorgt. Somit ist mit dem X3.Net bereits ein wichtiger Schritt in Richtung der digitalen Gesellschaft gemacht.

Die Handlungsempfehlungen von „Deutschland digitalen Köpfen“ finden Sie hier


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